Für Sie gelesen

Einschätzungen und Rezensionen bemerkenswerter Bücher, die nicht bereits Bestandteil des ordnungspolitischen Kanons sind, erscheinen in dieser Rubrik.



Wundertäter (N. Grunenberg) PDF Drucken E-Mail
Samstag, 05. September 2009

Nina Grunenberg: Die Wundertäter. Netzwerke der deutschen Wirtschaft 1942-1966, Siedler Verlag, München 2006, 319 S., 12,95 EUR (Taschenbuchausgabe 2008).
„Wundertäter“, so bezeichnet die renommierte Journalistin der Wochenzeitung „Die Zeit“ jene Führer von Großunternehmen, die sowohl im Dritten Reich als auch in der Wirtschaftswunderzeit an den Stellhebeln wirtschaftlicher Macht saßen. Der Begriff weist in mehrfacher Hinsicht auf die Schwierigkeit des Sujets hin. Natürlich vollbrachten die Unternehmer keine Wunder, allenfalls ließe sich Ludwig Erhards Wirtschaftsreform so bezeichnen, auch wenn den Zeitgenossen der einzigartige Wirtschaftsaufschwung mangels Zutrauen in die Marktwirtschaft wie ein Wunder vorkam. Gleichwohl waren sie unerschütterliches Pfeiler des Wiederaufbaus – und überwiegend Täter, durch ihre führende Stellungen in Albert Speers Reorganisation der NS-Kriegswirtschaft einschließlich der Verstrickung in Zwangsarbeit.

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Marktwirtschaft ist nicht genug! (H. J. Hennecke) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 16. August 2009

Hans Jörg Hennecke: Wilhelm Röpke. Marktwirtschaft ist nicht genug. Gesammelte Aufsätze, Manuscriptum Verlag, Waltrop und Leipzig 2009, 464 S., 24,80 EUR.

Zuerst kam die Kulturkrise dann die Konjunkturkrise, schließlich verbanden sich beide. Sowohl die Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. als auch vom 20. zum 21. Jahrhundert lässt sich,  stark verkürzt, auf diese Formel bringen. Ökonomisch bilden damals wie heute geld- und ordnungspolitische Missstände den Rahmen für die Konjunkturprobleme. Indes fallen sozio-ökonomische Verwerfungen nicht vom Himmel. Vielmehr sind sie verflochten mit den sozialen und moralischen Voraussetzungen einer Gesellschaft im allgemeinen und der Marktwirtschaft im besonderen.

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Radicals for Capitalism (B. Doherty) PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 23. Juli 2009

Brian Doherty: Radicals for Capitalism. A Freewheeling History of the Modern American Libertarian Movement, New York 2007, 741 S., 16,99 EUR (Taschenbuch).
Brian Doherty bietet mit seiner detaillierten Geschichte über die libertäre Bewegung in den USA ein Lesevergnügen für alle Insider und die, die es werden wollen. Am Anfang war Ayn Rand, zumindest ist die Begründerin des Objektivismus so etwas wie die libertäre Initialzündung in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Doherty beschreibt die libertäre Bewegung jedoch umfassend seit ihrem Schattendasein als eine der Gründungsströmungen der USA. Der Einfluss liberaler Klassiker als auch bedeutender Schulen, ob Österreicher oder Chicagoer, und randständiger Experimente wird so illustriert, dass der Leser zwischen der Notwendigkeit einer Lesepause, auch zum Nachdenken, und dem Drang weiterzulesen, hin- und hergerissen ist.

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Warum haben Ihnen Lehrer und Professoren das nicht gesagt? (W. Ende) PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 28. April 2009
Werner L. Ende: Was Sie schon immer über Wirtschaft (nicht?) wissen sollten. Was Ihnen Lehrer und Professoren nicht gesagt haben, stay-free, 1. Aufl. Offenbach 2009, 209 S., 14,90 EUR.
„Bücher sind nichts anderes als dicke Briefe an Freunde.“ Dieses Buch ist eine leidenschaftliche Antwort auf die veröffentlichte Sicht von Wirtschaft und Gesellschaft und dürfte die Leser ebenso spalten wie Jean Paul, von dem das einführende Zitat stammt. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise und der „katastrophale[n] Finanzpolitik der US-Regierung und ihrer Zentralbank“ hat Werner L. Ende ein gleichermaßen verdienstvolles wie streckenweise noch unvollständig wirkendes Buch in Eile geschrieben.
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Der Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft (A. C. Mierzejewski) PDF Drucken E-Mail
Montag, 13. April 2009
altAlfred C. Mierzejewski: Ludwig Erhard. Der Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft. Biografie, Pantheon Verlag, 1. Aufl. 2006, 399 S., 12,90 EUR.

„Erhard hält, was er verspricht. Wohlstand für alle durch die Soziale Marktwirtschaft“ lautet der Text eines Wahlkampfplakates, das am Anfang der lesenswerten Biographie von Alfred Mierzejewski abgebildet ist. Der Slogan bringt drei zentrale Aspekte des Buches zum Ausdruck: Erstens den thematischen Schwerpunkt der Biographie, der auf der Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit liegt; zweitens die abgewogen positive Einschätzung Erhards durch den Biographen und drittens Erhards herausragende Leistung: Der spätere Wirtschaftsminister führte im Juni 1948 die „richtige“ Wirtschaftsordnung gegen massive Widerstände ein und ermöglichte so den Menschen in Westdeutschland ein besseres Leben. Passend urteilt Mierzejewskis zum Schluss seiner Einleitung: „Erhard war nur teilweise erfolgreich, doch in dem Maße, wie er es war, wurde Deutschland zu einem besseren Land.“

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Hayek wiegt schwer und passt in jede Tasche (H. J. Hennecke) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 30. November 2008
CoverHans Jörg Hennecke: Friedrich August von Hayek zur Einführung, (Junius Verlag), Hamburg 2008, 191 S. 13,90 EUR.

12x17x1,5cm – das sind die Maße des im Wortsinn Taschenbuchs von Hans Jörg Hennecke über das Leben und Werk von Friedrich August von Hayek. Die 160 Seiten Text sind eng bedruckt, was zunächst weniger gefällig wirkt. Aber der Hayek-Biograph bietet eine stilistisch gewohnt souveräne Darstellung von Leben und insbesondere Werk des Sozialphilosophen.
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Keine Logik kollektiven Handelns (P. Lösche) PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 03. September 2008
CoverPeter Lösche: Verbände und Lobbyismus in Deutschland, (Sonderauflage für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung), Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2007, 196 S., 24,80 EUR.
 
Selbst gestecktes Ziel des inzwischen emeritierten Göttinger Politikwissenschaftlers Peter Lösche ist es, über die wirkliche Macht und Ohnmacht von Verbänden und anderen Sonderinteressenvertretern aufzuklären. Dazu bildet Lösche, der Mitglied in der SPD ist, zwei Schwerpunkte: neuere Entwicklungen und die Frage der Demokratiegefährdung. In acht Kapiteln mit rund 130 Seiten und einem umfangreichen Anhang bietet das Buch vor allem eine systematische Übersicht. Definition, Verbandstypologie, Art und Weise der Einflussnahme in Deutschland, Europa und den USA sowie Verbände und Lobbyisten in der politischen Theorie bilden den Inhalt des Buches, zudem auch ein perspektivisches Resümee zählt.
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Last Knight of Liberalism (J. G. Hülsmann) PDF Drucken E-Mail
Freitag, 08. August 2008
CoverJörg Guido Hülsmann: Mises. The Last Knight of Liberalism, Ludwig von Mises Institute, Auburn 2007. ISBN 978 1 933550 18 3; 1143 S.; 43,00 USD.

Wer war Ludwig von Mises? Diese Frage können nur wenige Wissenschaftler, geschweige denn Politiker und Bürger im deutschen Sprachraum beantworten. Gründe, Ludwig von Mises (1881-1973) zu kennen, gibt es indes genug. Immerhin hat der österreichische Nationalökonom und Sozialphilosoph einen der bedeutendsten ökonomischen Artikel verfasst. In seinem Aufsatz „Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen“ (1920) wies Mises nach, dass rationale Wirtschaftsführung im Sozialismus mangels Privateigentum und Marktpreisen unmöglich ist. 70 Jahre später wurde dies eindrucksvoll bestätigt. Sein Hauptwerk „Nationalökonomie“ (1940), das 1949 in erweiterter Fassung unter dem Titel  „Human Action“ erschien, wurde trotz seines Umfangs und Anspruchs mit bisher über 500.000 verkauften Exemplaren zu einem wissenschaftlichen Bestseller. Diese Sozialphilosophie ist eine Art liberales Gegenstück zu „Das Kapital“ von Karl Marx.  Schließlich ließe sich anführen, dass Mises im 20. Jahrhundert den klassischen Liberalismus auf einzigartige Weise verkörperte: als Kopf der dritten Generation der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“, als herausragender wirtschaftspolitischer Berater der österreichischen Regierung in den 1920er Jahren sowie Begründer einer „Mises-Schule“ und anti-etatistischen Graswurzelbewegung in den USA.
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Maschinenwinter führt zum Kältetod (D. Dath) PDF Drucken E-Mail
Samstag, 02. August 2008
CoverDietmar Dath: Maschinenwinter. Wissenschaft, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift, edition unseld Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, 134 S., 10,00 EUR.
2010 jährt sich zum neunzigsten Mal der öffentliche Nachweis der Unmöglichkeit des Sozialismus.  Ludwig von Mises hatte gezeigt, dass mangels einer funktionsfähigen Wirtschaftsrechnung, die in Marktwirtschaften das Preissystem sicherstellt, Sozialismus geplantes Chaos sein muss (als Buch: Die Gemeinwirtschaft, engl.: Socialism). Neosozialistische Überlegungen wie der Essay von Dietmar Dath scheitern stets bereits an dieser Hürde und bleiben literarische Fingerübungen ohne hinreichenden Realitätsbezug. Die 34 lose aneinander gereihten Kapitel über Moral, Technik, Existenzgeld, Fortschritt und manches mehr sind ein weiterer Beleg für den zum Scheitern verurteilten Sozialismus und zugleich für seine ungebrochene Anziehungskraft für Intellektuelle.
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Bürokraten beuten Bürger aus (C. A. Gebauer) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 18. Mai 2008
CoverCarlos A. Gebauer: Warum wir alle reich sein könnten. Und wie unser Politik das verhindert. (Lichtschlag Nr. 12) Grevenbroich 2008, 236 S., 14,90 EUR.
Möchten Sie schmunzeln und lachen, auch wenn Ihnen angesichts der bundesdeutschen Bürokratisierung aller Lebensbereiche eher zum Heulen zu Mute ist oder Sie vor blanker Wut die Faust in der Tasche ballen? Dann greifen Sie zu Carlos A. Gebauers Aufklärungslektüre – Sie werden es nicht bereuen!
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