Für Sie gelesen

Einschätzungen und Rezensionen bemerkenswerter Bücher, die nicht bereits Bestandteil des ordnungspolitischen Kanons sind, erscheinen in dieser Rubrik.



Wiener Schule / Österreichische Schule der Ökonomik PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 26. September 2010

Eugen Maria Schulak und Herbert Unterköfler: Die Wiener Schule der Nationalökonomie. Eine Geschichte ihrer Ideen, Vertreter und Institutionen, Verlag der Provinz edition seidengasse, Weitra 2009, 250 Seiten, 24,00 Euro.

Drei Determinanten unterscheiden Österreichische Ökonomik und Neoklasik: hier zweckgerichtetes Handeln, individuelle Präferenzen und dynamische Prozesse – dort Optimierungsverhalten, fixe Präferenzen und statisches Gleichgewicht. Diese und eine Fülle weiterer Erkenntnisse bietet die sehr lesenswerte, vorwiegend ideengeschichtlich ausgerichtete Darstellung der Wiener oder Österreichischen Schule der Ökonomik.

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Wohlfahrt zwischen Staat und Markt PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 21. September 2010

Bernd Grzeszick: Wohlfahrt zwischen Staat und Markt. Korporatismus, Transparenz und Wettbewerb im Dritten Sektor, (Duncker & Humblot) Berlin 2010, 83 S., 58,00 Euro.

„Staatliches Handeln sollte überall dort zurückgedrängt werden, wo die Aufgaben ebenso gut oder besser durch Private erbracht werden können.“ empfiehlt Bernd Grzeszick und plädiert zugleich dafür dem „einzelnen Bürger ... wieder selbst das Heft in die Hand zu geben.“ Diese ordnungspolitisch geradlinigen Gedanken durchziehen erfreulicherweise den gesamten kompakten und nüchternen Band. Leider wird der positive Gesamteindruck bisweilen durch eine mangelnde Konsequenz in der Argumentation beeinträchtigt. Dafür kann der an der Universität Heidelberg lehrende Staatsrechtler seinen Anspruch gerecht werden, indem er einen ersten Überblick über exemplarische Erscheinungsformen des Korporatismus gibt sowie relevante Fragestellungen und Lösungsansätze aufzeigt.

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Die Sache mit Tom PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 19. September 2010

Rüdiger von Fritsch: Die Sache mit Tom. Eine Flucht in Deutschland, wjs Verlag, 3. Auflage Berlin 2009, 238 S., 19,95 Euro.

Ein durchweg gutes Buch ist selten. Der spannende, zeitgeschichtlich eindringliche Bericht über die jugendliche Fluchthilfe des heutigen deutschen Botschafters in Polen für seinen Vetter aus der DDR im Sommer der Fussballweltmeisterschaft 1974 gehört zu dieser seltenen Gattunng. „Die Sache mit Tom“ ist sehr gut geschrieben, sorgfältig verlegt und liegt auch noch gut in der Hand.


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Nicht konsequent abgewrackt PDF Drucken E-Mail
Montag, 02. August 2010

Hans-Olaf Henkel: Die Abwracker. Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen, Wilhelm Heyne Verlag, 5. Auflage München 2009, 256 S., 19,95 EUR (Taschenbuch 8,99 EUR).

Die abschließende Empfehlung von Hans-Olaf Henkel lautet (bekanntlich), eine „Hall of Shame“ zu errichten, die vor den Abwrackern der Marktwirtschaft warnt. Als ehemaliger Praktiker liefert der frühere IBM-Deutschland-Chef gleich einige Kandidaten: Middelhoff, Schrempp und Piëch. Bezeichnenderweise finden sich keine Politiker unter ihnen. Der Untertitel verspricht hingegen noch Aufklärung darüber, wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielt haben. Dieser Widerspruch ist kein Zufall und weist auf eine Merkwürdigkeit hin.

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Kapitalanlage und die Gefahr des schleichenden Sozialismus PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 21. Juli 2010

Christian Zeuß: Kapitalanlage und die Gefahr des schleichenden Sozialismus. Ein Blick hinter die Kulissen, Books on Demand, o.J.. o.O., 12,90 Euro.

Es ist erfreulich wie verbreitet das Gedankengut der Österreichischen Schule inzwischen ist. Eine erfolgreiche Verbindung von Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft respektive erfolgreicher Vermögensverwaltung hat frühzeitig etwa Claus Vogt aufgezeigt. Nun legt der private Portfoliomanager Christian Zeuß eine kleine Schrift in österreichischer Tradition vor. Sie erläutert auch für absolute wirtschaftliche Laien wesentliche Parameter für Anlageentscheidungen und gibt Einblick in eine Vielzahl von Anlageklassen darunter Termingeld, Aktien, Immobilien und festverzinsliche Wertpapiere. Hinzu kommen Exkurse in Statistik, nominale und reale Wertentwicklung sowie eine Kritik der „unfähigen Politik“. Auch einige herausragende Vertreter der Österreichischen Schule und der (tabellarische) Unterschied zur aktuellen Wirtschaftspolitik werde auf wenigen Seiten skizziert.

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Krankes Geld, kranke Welt (G. Hochreiter) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 11. April 2010

Gregor Hochreiter: Krankes Geld, kranke Welt. Analyse und Therapie der globalen Depression. Mit einem Vorwort von Roland Baader, Resch Verlag, Gräfelfing 2010, 264 S. 19,90 EUR.
Ein krankes Geldsystem und eine zum Teil daraus resultierende verfehlte Lebenseinstellung haben die aktuelle globale Depression verursacht und gefördert, die überwiegend als Weltwirtschaftskrise oder internationale Finanz(markt)krise bezeichnet wird. Wir lassen uns durch eine Illusion ungedeckter Papiergeldscheine täuschen – das staatliche, auf Kredit- und Schulden beruhende Geld hat das vom Markt kommende gedeckte Warengeld ersetzt. Zugleich unterminiert der „Inflationierungsprozess .. schleichend die für den materiellen wie immateriellen Wohlstandsaufbau unumgänglichen Sekundärtugenden der Sparsamkeit, Aufrichtigkeit und Eigenverantwortlichkeit.“ Die bislang genannten Erkenntnisse bilden den Kern der ganzheitlichen Analyse des Wiener Ökonomen Gregor Hochreiter, die er allgemein verständlich und mit großer Überzeugungskraft vornimmt. Seine Diagnose und Therapie der globalen Depression ist die bisher beste Darstellung zu diesem Thema.

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Preußische Marktwirtschaft statt bundesdeutsche Misswirtschaft (E. Bödecker) PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 07. April 2010

Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Marktwirtschaft, Olzog Verlag München 2006, 135 S., 14,90 EUR.

Was hat Preußen mit Marktwirtschaft zu tun? Viel, meint Ehrhardt Bödecker, Privatbankier im Ruhestand und früherer Verwaltungsrichter. Preußen, das ist für ihn vor allem seine Blütezeit als Deutsches Kaiserreich: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß der Höhepunkt unserer jüngeren deutschen Geschichte das 'Deutsche Kaiserreich' war.“ Und die ökonomischen Statistiken dieser Zeit, die Bödecker im Vergleich mit der „Wirtschaftswunderzeit“ einerseits und der Wirtschaftsmisere heute aufführt, sprechen für sich. Verschwindend geringe Arbeitslosigkeit, die geringste Steuerbelastung pro Kopf in Europa, ein sehr hohes Bildungsniveau und technologische Führerschaft in vielen Industriezweigen gingen Hand in Hand.

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Die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland: von der Regulierung zur Deregulierung? (VSWG) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 04. April 2010

Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – Die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland: von der Regulierung zur Deregulierung, hg. von Günther Schulz u.a., 96 (2009) H. 4, rund 117 Seiten (Jahresabonnement 202,20 Euro, Einzelheft 55,20 Euro jeweils zuzüglich Versandkosten).

Die VSWG (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte) ist die älteste Zeitschrift dieser Wissenschaftsrichtung. Sie besteht seit 1903 und enthält Aufsätze, Miszellen und Rezensionen zum gesamten Spektrum der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum.
Im Mittelpunkt des vierten Hefts 2009 steht die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Abgedruckt sind im Anschluss an eine Hinführung fünf Beiträge der Podiumsdiskussion, die der Wirtschaftshistorische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik im Rahmen seiner Jahrestagung im März 2009 in Aachen veranstaltet hat. Die übergreifende These lautet: Von der Regulierung zur Deregulierung.
Eine derartige Aussage mag Leser von Forum Ordnungspolitik zunächst überraschen, befindet sich Deutschland doch mit mehr als 80.000 täglich zu beachtenden Vorschriften im „Paragraphenrausch“. So haben die vielfältigen ökonomischen Strukturprobleme Deutschlands  zumindest eine gemeinsame Wurzel: eine anmaßende Regulierung. Die im vorliegenden Band thematisierte Entwicklung beginnt jedoch in der NS- beziehungsweise der Besatzungszeit und enthält unter anderem auch Regulierungstrends. Zudem werden nur einige ausgewählte Sektoren behandelt. Die nachfolgende Besprechung verbindet wirtschaftsgeschichtliche Aspekte mit grundsätzlichen Überlegungen und aktuellen (ordnungs)politischen Entwicklungen.

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Abschied von der Gerechtigkeit (K. Getinetta / K. Horn) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 03. Januar 2010

Katja Gentinetta / Karen Horn (Hg.): Abschied von der Gerechtigkeit. Für eine Neujustierung von Freiheit und Gleichheit im Zeichen der Krise, Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main 2009, 144 S., 19,90 EUR.

Die Erwartung ist groß, die Erfolgslatte liegt höher, wenn Mitstreiter für die Freiheit sich einem bedeutenden Thema annehmen. Gerechtigkeit ist vielleicht das herausragendste gesellschaftspolitische Thema unserer Zeit. Insofern ist es ein Verdienst der beiden Herausgeberinnen und neun Autoren aus Wissenschaft, Publizistik und Verbandswesen, Gerechtigkeit und „soziale Gerechtigkeit“ aus einer (mehr oder minder) freiheitlichen und der Marktwirtschaft wohl gesonnenen Perspektive in einem optisch ansprechenden Band, leicht verständlich aufbereitet zu haben.

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Neu aufgelegt: Jenseits von Angebot und Nachfrage (W. Röpke) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 20. Dezember 2009

Wilhelm Röpke: Jenseits von Angebot und Nachfrage. Ein Klassiker der Sozialen Marktwirtschaft, Nachdruck der 1958 erschienenen 1. Auflage, Verlagsanstalt Handwerk GmbH, Düsseldorf 2009, 368 S., 19,80 EUR.

Die Zeit ist reif für Querdenker mit Substanz, prinzipientreue Mahner und Kritiker. Auf die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft treffen diese Charakterisierungen allesamt zu. Mitten  in die sozialistische Brandung stellten sie mutig ihre Fundamente einer neu zu begründenden Civitas humana: die per se soziale Marktwirtschaft als Teil einer umfassenderen, menschengemäßen Sozialordnung. 

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