Für Sie gelesen

Einschätzungen und Rezensionen bemerkenswerter Bücher, die nicht bereits Bestandteil des ordnungspolitischen Kanons sind, erscheinen in dieser Rubrik.



Euro-Rettung durch Bundesbank-Tugenden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Samstag, 25. August 2012

Prof. Otmar Issing: „Wie wir den Euro retten und Europa stärken“. Prof. Otmar Issing im Gespräch mit Andreas G. Scholz, 3. Wirtschaftsmanifest, Börsenverlag, Kulmbach 2012, 40 Seiten, 5,00 Euro.

„Ich bin nicht der Meinung, dass Europa als Idee, als Projekt, als gemeinsamer Markt in dieser Form auf Gedeih und Verderb mit dem Euro verbunden sein muss, aber ein Scheitern des Euro würde riesige Turbulenzen erzeugen und den ganzen europäischen Integrationsprozess weit, weit zurückwerfen.“ konstatiert Otmar Issing im Gespräch mit Andreas G. Scholz, das in einem kleinen Bändchen unter dem Titel „Wie wir den Euro retten und Europa stärken“ abgedruckt ist.

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Die Machtfrage PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 22. Juli 2012

Gabor Steingart: Die Machtfrage. Ansichten eines Nichtwählers, Piper Verlag, München 2009, 214 S., antiquarisch preiswert erhältlich.

Gabor Steingart führt Politik auf ihren Kern zurück: Herrschen. Darum drehen sich alle Aktivitäten in den Parteien, der Regierung und der Opposition – oder vielleicht doch nicht ganz? Ziel der Politiker ist es nicht, die Wohlfahrt zu mehren, entgegen dem mit permanentem Gebrabbel erweckten Eindruck. Ziel der Politiker ist es vielmehr, die eigene Wohlfahrt zu mehren. Entstanden ist eine Herrschaft zur Wählerbewirtschaftung und ein politisches System im Niedergang. Neuerdings empfinden Bürger das als Störung. So lautet zusammengefasst die Diagnose des viel beachteten, ausgezeichneten Spiegelredakteurs.

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Assoziative Ökonomik - Rudolf Steiner reloaded PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 20. Juli 2012

Christopher Houghton Budd: Finance at the threshold. Rethinking the real and financial economies, Gower Publishing Limited, Farnham 2011, 239 S., 78,99 Euro.

Die Finanzkrise hat das vorläufige Ende eines Irrwegs erreicht. Nicht nur Querdenker wie Christopher Houghton Budd haben erkannt, dass es sich um eine Sackgasse handelt. Einig sind sich vom Mainstream in Wissenschaft und Politik abweichende unabhängige Denker darin, dass nur eine Umkehr aus der Sackgasse führt. Während sich ihre Analysen ähneln, unterscheiden sich die Lösungsansätze teilweise diametral. Das mag der exemplarische Hinweis auf drei unterschiedliche monetäre „Schulen“ andeuten: Anhänger von Friedrich August von Hayek (Wettbewerbswährungen), von Silvio Gesell (Freigeld) und von Rudolf Steiner. Ursache ist das divergierende Verständnis von Ökonomik im allgemeinen und Geldtheorie im besonderen.

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Fataler Teufelskreis aus Politikerversprechen und Wähleranspruch PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 21. Juni 2012

Christoph Braunschweig: Die demokratische Krankheit. Der fatale Teufelskreis aus Politikerversprechen und Wähleranspruch, Olzog Verlag, München 2012, 206 S., 22,90 Euro.

Der Titel ist Programm: Christoph Braunschweig argumentiert, Politiker und Wähler haben eine Bestechungsdemokratie etabliert, die einen überzogenen Wohlfahrtsstaat hervorgebracht hat. Der Zustand des Geldwesen spiegelt das wider und bedarf einer Marktwährung zur Genesung. Schuldeninduzierter Wohlfahrtsstaat – gesellschaftspolitische Fehlentwicklungen – Euro- und Schuldenkrise, so lautet der Dreiklang des Buches. Das gut geschriebene Lesebuch enthält die Leseerkenntnisse von Christoph Braunschweig, gleicht damit eher einem Reader als einem Repetitorium, wie der selbstgesteckte Anspruch lautet. Dafür hätten Systematik und eine tiefere, auch theoretische Ursachenforschung geboten werden sollen. So wird in 17 Kapiteln in losem Zusammenhang, teilweise etwas länglich die oben genannte Thematik illustriert. Sie steht im Einklang mit der modernen Public Choice Schule, ohne diese dezidiert aufzugreifen. Das alles ist nicht neu, bietet aber eine weitere Erzählung, die nicht oft genug unter das interessierte Volk gebracht werden kann.

Es bleibt ein unterhaltsamer Lesespaziergang, der von der Zusammenstellung vorhandener Texte lebt und vielleicht manches Aha-Erlebnis mit sich bringt.

 
Stoppt das Euro Deaster! Aber so wohl nicht ... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 07. Juni 2012

Max Otte: Stoppt das Euro Desaster, Ullstein Verlag, 4. Aufl. Berlin 2011, 46 S., 3,99 Euro.

Max Otte ist ein Erfolgsautor, der frühzeitig vor der Finanzkrise und vor der Euro-Misere gewarnt hat. Wie in seinen Bücher besticht auch in diesem kleinen Essay seine Mischung aus Einsichten und Erklärungen in verständlicher Schreibweise sowie das ins populistische abgleitende Plädoyer für eine sozial regulierte Marktwirtschaft.

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Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik PDF Drucken E-Mail
Samstag, 26. Mai 2012

Roman Köster: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Vandenhoeck & Ruprecht, 364 S., 56,95 Euro.

Krisen gehören zum Alltag und werden konstruiert. Allerdings ist es schwer, Krisen und Alltag abzugrenzen, weil Alltag oder Normalität kein statischer Zustand ist. Die Nationalökonomen der Weimarer Republik scheiterten an dem, was der Soziologe Gerhard Schulze als „Normalitätstheorie“ bezeichnet hat, an einer tragfähigen Erklärung alltäglicher Entwicklungen. Darüber hinaus mangelte es ihnen an methodischen Fertigkeiten, insbesondere kritischer Selbstbeobachtung und der Akzeptanz, dass es nur Vermutungswissen gibt. Infolgedessen änderten die Debatten der 20er Jahre wenig, wie Roman Köster resümiert: „Insgesamt befand sich die die Nationalökonomie der Weimarer Republik nach dem Krieg in einer Situation der existentiellen Verunsicherung und Orientierungslosigkeit.“ (S. 312)

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Der Machtpolitiker Caesar PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 22. Mai 2012

Martin Jehne: Caesar, C.H. Beck Verlag, 4. aktualis. Aufl. München 2008, 127 S., 8,95 Euro.

Spannend, wirklich spannend ist die von Martin Jehne geschriebene kleine Caesar-Biographie. Der Text auf dem Buchrücken vermittelt einen Eindruck vom Stoff und der dichten Erzählweise des Professors für Alte Geschichte an der TU Dresden: „Caesar – Feldherr und Diktator, Geliebter der ägyptischen Königin Kleopatra, Gegenspieler von Pompeius und Cicero, Neugestalter des römischen Weltreichs, Opfer eines Mordanschlags an den Iden des März. Die vorliegende, fesselnd geschriebene Biographie informiert knapp und kompetent über eine der berühmtesten Gestalten der Geschichte.

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Wirtschaftsgeschichte des Kaiserreichs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 26. April 2012

Die Wirtschaftsgeschichte des Kaiserreichs von Carsten Burhop, Professor am Seminar für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte der Universität zu Köln, zeigt wie sich Deutschland vom rückständigen Agrarstaat zu einem wirtschaftlich modernen und politisch-gesellschaftlich vorrevolutionären Staat wandelte. Im Mittelpunkt stehen die „zahlreichen kleinen Wendungen und Bewegungen der Gesamtwirtschaft, der Wirtschaftspolitik und der in der Wirtschaft handelnden Unternehmen und Menschen.“ (S. 11)

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Wiederaufbau und Transformation gelingen mit Freihandel und Nichteinmischung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 20. April 2012

Militärische Operationen mit dem Ziel eines Wiederaufbaus scheitern öfter als sie gelingen. Die erfolgreiche Ausnahmen sind rar und durch Sonderbedingungen gekennzeichnet, darunter die Philippinen, die Länder der ersten „Achse des Bösen“ nach deren Niederlage im Zweiten Weltkrieg, insbesondere Japan und Deutschland, sowie eventuell Panama nach 1989. Auch „Nationbuilding“ schadet eher als erfolgreich zu sein. Hinweise auf Ursachen und Alternativen – namentlich unilateraler Freihandel und Nichteinmischung – bieten Erkenntnisse der Public Choice Theorie und der Österreichischen Schule.

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Skandal-Mechanismen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Samstag, 07. April 2012

Hans Mathias Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. Zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co.: Warum einige öffentlich untergehen – und andere nicht, Olzog Verlag, München 2012, 223 S., 26,90 Euro.

Die Nutzen-Schadens-Bilanz von Skandalen ist fragwürdig, zu diesem Urteil gelangt Hans Mathias Kepplinger am Ende seiner empirisch gesättigten Studie über die Mechanismen der Skandalisierung. Skandale sind „die Folge von Mechanismen öffentlicher Kommunikation“. „Skandale im Sinn der vorliegenden Studie liegen nur dann vor, wenn die eindeutige Mehrheit der interessierten Bevölkerung mit Empörung auf einen Missstand reagiert und Konsequenzen fordert. Dabei ist unerheblich, ob der Missstand tatsächlich besteht. Entscheidend ist die Vorstellung der Mehrheit.“ Häufig wird immerhin der Kern der Sache erkennbar, die Wahrheit hat aber regelmäßig keine Chance und geht in unsachlichen Darstellungen unter.

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