Für Sie gelesen

Einschätzungen und Rezensionen bemerkenswerter Bücher, die nicht bereits Bestandteil des ordnungspolitischen Kanons sind, erscheinen in dieser Rubrik.



Liebe - Freiheit - Verbundenheit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 25. Juli 2013

Gerald Hüther und Maik Hosang: Die Freiheit ist ein Kind der Liebe. Die Liebe ist ein Kind der Freiheit. Eine Naturgeschichte unserer menschlichsten Sehnsüchte – Eine Geistesgeschichte unserer menschlichsten Sehnsüchte, Kreuz Verlag, Freiburg im Breisgau 2012, 106 und 118 Seiten, 16,99 Euro.

„Die Liebe ist also kein Kind der Freiheit und die Freiheit ist kein Kind der Liebe, sondern die Liebe entsteht erst aus der Erfahrung, dass ein Leben in Verbundenheit und Freiheit möglich ist.“ schlussfolgert der Neurobiologe und populärwissenschaftliche Autor Gerald Hüther. Die Fähigkeit zu lieben, fährt Hüther fort, sei die Lösung der Evolution für das Dilemma, mit allen anderen verbunden zu bleiben und gleichzeitig eigene Antworten auf eine sich ständig verändernde Welt zu finden. Offenkundig versteht der in der Neurobiologischen Präventionsforschung der Psychatrischen Klinik der Universität Göttingen arbeitende Professor für Neurobiologie Liebe in einem weiteren, grundsätzlichen, geradezu buddhistischen Sinne und nicht als das emotionsgeladenes Anhaften an eine Person.

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"Reich durch Hartz IV" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 21. Juli 2013

Rita Knobel-Ulrich: Reich durch Hartz IV. Wie Abzocker und Profiteure den Staat plündern, Redline Verlag, München 2013, 256 S., 19,99 Euro.

Der deutsche Sozialstaat gilt als Errungenschaft oder aber als verhängnisvoller Irrtum. Schwer zu bestreiten dürfte die Tatsache sein, dass das herrschende institutionelle Konstrukt vielfach grundlegend falsche Anreize setzt. So kann es attraktiv sein, keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen oder mit nutzlosen Geschäftstätigkeiten staatliche Fördergelder zu kassieren. Nach Thilo Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ zieht die Autorin und Fernsehmacherin Rita Knobel-Ulrich mit ihrer Publikation, die mehreren Fernsehfilmen folgt, vehemente Kritik und viel Zustimmung für Ihre Untersuchung der Sozialstaatsmaschinerie auf sich.

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Klarheit statt Illusionen und Irrtümer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: cb   
Samstag, 06. Juli 2013

Wie gewohnt spießt der libertäre Freiheitsdenker Uwe Timm auch in seiner neuen Buchveröffentlichung "Briefe an die Welt" die zahlreichen Illusionen und Irrtümer unserer verunsicherten, permissiven Gesellschaft inhaltlich sehr treffend - und messerscharf formuliert - auf.

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Geschichte des modernen ökonomischen Denkens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 26. Mai 2013

Toni Pierenkemper: Geschichte des modernen ökonomischen Denkens. Große Ökonomen und ihre Ideen. Vandenhoek & Ruprecht UTB, Göttingen 2012, 223 Seiten, 19,99 €.

Der Titel hält was er verspricht: Der frühere Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Köln, Toni Pierenkemper, hat ein lesenswertes Lehrbuch zur Geschichte des modernen ökonomischen Denkens verfasst. Aus Vorlesungen erwachsen bietet es einen guten dogmengeschichtlichen Überblick, der nicht nur für Bachelor-Studenten geeignet ist.

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Menschen oder Wohlfahrtsstaat PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. Mai 2013

Henry Hazlitt: Man vs. The Welfare State, Erstauflage 1969, Neuauflage Auburn 2007, 225 S.

Henry Hazlitt scheint selbst überrascht gewesen sein, dass Herbert Spencer in seinem 1884 erschienen Buch nicht durch das Wachstum des Staates, seine ausgreifende Zuständigkeit und die autoritären Aspirationen vorausgesehen hat, sondern dass auch die Wurzeln wohlfahrtsstaatlicher Politik in den USA bereits 1884 klar erkennbar bestanden – 1884! In Kapitel 23 „From Spencer’s 1884 to Orwell’s 1984“ von insgesamt 25 durchweg lesenswerten, teilweise geradezu fesselnden Kapiteln, zeigt Hazlitt diesen Sachverhalt auf.

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Eine Gesellschaftskrisis der Gegenwart: „Oversexed and underfucked“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 12. Mai 2013

Robert Pfaller: Wofür es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie, Fischer Verlag, 3. Aufl. Frankfurt am Main 2013, 315 S., 9,99 Euro.

Es gibt keine bessere Welt als diese. Das Leben spielt sich hier und jetzt ab. „Diese Welt ist die einzige und beste, die wir haben.“ konstatiert der österreichische Philosoph Robert Pfaller im Kapitel über die Komödie des Materalismus. Wesentliche Aspekte seiner Diagnose und Therapie einer verspannten, verflachten und genussgehemmten Gesellschaft finden sich am Ende desselben Kapitels: „Die Weltverliebtheit der Komödie ist eine Einübung in die Kunst, das Glück zu ertragen und nicht automatisch in der Selbstachtung und somit im Unglück das höchste Gut zu suchen.“ Statt permanent uns selbst und die Welt verbessern zu wollen, sie effizienter, gesünder, vor allem risikoärmer zu machen, statt den Menschen vorzuhalten, sie lebten das falsche Leben und ihnen das Ideal eines besseren Lebens wie eine (unerreichbare) Möhre vorzuhalten, sollten wir Abschied nehmen von dieser Tragödie.

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"Der innere Kompass" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 01. Mai 2013

Wilhelm Röpke: Der innere Kompass. Briefe 1934 – 1966, Eugen Rentsch Verlag 1976, 215 S., antiquarisch erhältlich.

Dieser feine Band ist etwas für Liebhaber. Politik-ökonomische Fachexpertise und Wissenschaftsaustausch verbindet sich mit klugen Betrachtungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in den Jahrzehnten um die Jahrhundertmitte Zudem finden Menschen, die sich an der Wärme und Herzlichkeit eines großen Intellektuellen erfreuen können, eine Oase der Menschlichkeit zwischen zwei Buchdeckeln.

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Propaganda – gestern und heute PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 03. April 2013

In den 1920er Jahren war Propaganda ein neues strategisches Mittel, um die Massen für eigene Zwecke einzuspannen. In den 1930er Jahren gab es in Deutschland einen ungeheuer erfolgreichen Propaganda-Minister. Heute ist Propaganda an der Tagesordnung, Die deutsche Regierung macht davon (umfänglich) Gebrauch genauso wie große Unternehmen, aber auch Nicht-Regierungsorganisationen. Regierungs- und Unternehmenskommunikation ist die wohlklingend neutrale Bezeichnung. Es gibt sogar auf Propaganda spezialisierte Unternehmen. Sie heißen PR-Agenturen.

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Organisation durch Terror PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 31. März 2013

Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel: Ordnung durch Terror. Gewaltexzesse und Vernichtung im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium, Dietz Verlag, Bonn 2006, 116 S., 16,80 S.

Ordnung ist für Liberale ein Begriff der für natürlich gewachsene Formen von Wirtschaft und Gesellschaft steht. Ordnungen entstehen emergent und sind das Ergebnis menschlichen Handelns, nicht aber menschlicher Absicht. Demgegenüber steht die Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft als Versuch, gezielt und geplant ein auf dem Reißbrett konstruiertes System top down zu implementieren. Die Organisation einer Gesellschaft ist ein latent autoritärer, historisch sogar wiederholt zum Totalitären neigender Versuch, Menschen dazu zu bringen, sich umfassend anders zu verhalten als sie es von sich aus tun würden.

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"Miese Stimmung" - eine Streitschrift PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 10. März 2013

Arnold Retzer: Miese Stimmung. Eine Streitschrift gegen positives Denken, S. Fischer Verlag, 3. Aufl. Frankfurt 2012, 335 S., 19,99.

Krisen als Chance verstehen statt per Tschaka-Lebensdevise das eigene Glück herbeimanagen, das ist eine Botschaft, die der namhafte Arzt, Psychologe und Therapeut Arnold Retzer verbreitet. Er tut das gegen den Mainstream, also gegen verbreitete Glücksformeln, die – mal simpel mit Küchenrezepten, mal differenzierter mit Fallstudien und vielen Wissenschaftsbezügen unterlegt – versprechen, dass glücklich leben auch gesünder und länger Leben bedeutet. Arnold Retzer gehört zu den Menschen, die Erfahrungen mit Nachdenken zu eigenen Erkenntnissen und Sichtweisen verbinden. Das Ergebnis ist ein Buch über die Ambivalenz des Lebens, über die Dialektik des Lebens, über die Erkenntnis, dass wir die Dinge so nehmen können wie wir sie erfahren. Es liegt an uns, ob wir an negativen Entwicklungen wachsen, wenn wir sie akzeptieren und integrieren statt sie zu überwinden. So wird Angst zu einem hilfreichen Gefühl, weil sie uns innehalten lässt und Zeit zur Neuorientierung gibt.

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