Startseite Newsroom Leserbriefe
Leserbriefe
Verzichtsirrtum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 24. September 2014

Zu: „Immer weiter“ von Stephan Kaufmann

In: Berliner Zeitung vom 30./31.08.2014, 9

Manche treffende Feststellung in dem Artikel „Immer weiter. Jedes Lebewesen ist irgendwann ausgewachsen. Nur die Wirtschaft akzeptiert keine Grenzen“ scheint durch ein grundlegendes Missverständnis konterkariert zu werden: Die Wirtschaft ist kein Lebewesen, sondern eine Bezeichnung für das Handeln vieler menschlicher Lebewesen; sie trachten über Generationen und Grenzen hinweg nach einer – immer besseren – Befriedigung ihrer Bedürfnisse, zuvorderst Nahrung, Bekleidung, Behausung und Gesundheit.

Stagnation ist zunächst für Politiker und andere Gesellschaftsklempner eine Katastrophe, zum Beispiel wegen stetig wachsender Staatsausgaben, ohne dass die Steuereinnahmen mit wachsen. Stagnation bedeutet, es gibt weniger politisch zu verteilen, und es bedeutet, die gewährten Privilegien treten sichtbarer hervor. Stagnation ist aber auch für die Ärmsten der Armen eine Katastrophe. Sie leiden unter kleptokratischen Regimen, unter einem Mangel an Marktwirtschaft.

Die von Ihnen angeprangerte Gier der Menschen nach immer mehr dürfte für mehr als drei Milliarden relativ und absolut arme Menschen vergleichsweise bescheiden sein. Denken Sie an Afrika, Teile Asiens und an die „Gier“-Revolte des Arabischen Frühlings. Und aus welchem Grund hätten sich die wohlhabenderen Menschen im Westen zum Zeitpunkt der unsäglich schlechten Studie „Die Grenzen des Wachstums“ mit schlechterer Zahnmedizin als heute, unsicheren Autos als heute und einem Leben ohne Internet zufrieden geben sollen?

Der Widerspruch zwischen einem propagierten Wirtschaftssystem des Verzichts und den unerfüllten Grundbedürfnissen von Milliarden Menschen liegt vor allem im Gebot des Verzichts begründet.

Michael von Prollius

 
Eine globale Reichensteuer ist globale Augenwischerei PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 07. Mai 2014

Zu: Globale Ungleichheit. Weshalb wir eine globale Vermögenssteuer brauchen.
von Thomas Piketty

In: Internationale Politik und Gesellschaft vom 06.05.2014

Warum wir keine weltweite Vermögenssteuer brauchen, das belegt der Text von Thomas Piketty – immerhin.

Unklar bleibt indes, warum ungleich verteiltes Vermögen ein Problem sein soll.

Unklar bleibt auch die Ursache für die festgestellte wachsende Wohlstandsungleichheit.

Vollkommen unklar bleibt der Begriff „inklusiv“, der vielleicht geeignet wäre die abgenutzte Parole „soziale Gerechtigkeit“ zu ersetzen.

Klar ist, wenn Gleichheit und gleicher Wohlstand das überragende Ziel sein soll, dann bietet die deutsche Geschichte einen anschaulichen Systemwettbewerb, der zeigt, wie mehr Gleichheit erreichbar ist.

Klar ist, dass das herrschende Geldsystem den Finanzsektor und die Mächtigen begünstigt, aber den normalen Bürger benachteiligt. Roland Baader nannte das treffenderweise „Geldsozialismus“.

Wen Inflation und einer Reichensteuer das Wort redet, unterstreicht lediglich, dass seine Rhetorik nicht zu den Fakten passt. Inflation wirkt wie eine Steuer. Inflation bedeutet Kaufkraftverlust und trifft gerade die normale Bevölkerung, während die Finanzinstitute und Schuldner profitieren. Deflation wäre im Sinne des Autors die richtige Strategie! Und eine Reichensteuer ist nicht mehr als Populismus. Gerecht und vereinbar mit echter Marktwirtschaft ist nur eine Flat Tax. Gerecht, weil sie das fundamentale Prinzip erfüllt: gleiche Entlohnung für gleiche Leistung. Marktwirtschaftskonform, weil sie keine lenkende Wirkung entfaltet. Neid ist kein guter Ratgeber – Vernunft und klares Denken können es sein.

Michael von Prollius

 
Werden Euros Europa retten? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 30. April 2014

Zu: Wir brauchen einen europäischen Marshallplan! Einseitige Kürzungspolitik spaltet die Gesellschaft und gefährdet die Demokratie (Ursula Engelen-Kefer)

In: Internationale Politik und Gesellschaft vom 28.04.2014


Wir brauchen keinen europäischen Marshallplan. Erst eine konsequente Senkung der Staatsausgaben ermöglicht ausgeglichene Haushalte, dann können jahrelange Haushaltsüberschüsse zu einer tragfähigeren Staatsverschuldung führen.

Die jahrzehntelange Praxis der Staatsführungen, über ihre Verhältnisse zu leben, ist eine Wurzel der Euro-Krise. Die verfehlte Rettungspolitik hat die Staatsverschuldung weiter verschärft. Nun ist das Geld alle.

Sozialpolitik, die aus freien Bürgern abhängige Transferempfängern macht, ist keine soziale Politik, sondern eine – platzende – PR-Illusion. Gerechtigkeit, die „sozial gerecht“ den einen gibt und sozial anmaßend den anderen nimmt, ist keine. Die Marktwirtschaft ist sozial. Würden die Regierungen aufhören, sie bis zur Unkenntlichkeit zu pervertieren, auch durch Privilegierung von Gruppen, die später als Profiteure gebrandmarkt werden, wäre gerade den sozial Schwächeren geholfen.

Wohlstand kann man nicht planen. Wohlstand kann man nicht mit staatlichem Geld verteilen. Wohlstand entsteht durch die Bemühungen vieler in einem Entdeckungsverfahren. Der herausragende wirtschaftspolitische Publizist seiner Zeit, Henry Hazlitt, hat auf nur 95 Seiten eine treffende, faecettenreiche Einschätzung des Marshallplans verfasst. Das wieder aktuelle Buch trägt den Titel: „Will Dollars save the World?“ Für neugierige Leser vorab: Die kurze Antwort hat zwei Buchstaben.

Michael von Prollius

 
Betrogenes Gemeinwesen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ut   
Sonntag, 09. Februar 2014

Zu: Betrogenes Gemeinwesen

In: DIE WELT vom 05.02.2014

Was gerne übersehen wird: die Haupteinnahmequelle des Staates ist die Mehrwertsteuer, hinzu kommen diverse andere Steuern wie die Einnahmesteuer und die Erbschaftssteuer.

Von einem betrogenen Gemeinwesen kann nicht die Rede sein. Bei Steuern gibt es keine Vertragsfreiheit und somit bestehen für Steuerzahler keinerlei Rechte oder gar eine Selbstbestimmung für welche Zwecke ihre zwangsweise gezahlten Steuern Verwendung finden.

Man kann die behauptete betrogene Gemeinschaft als demokratisch legitimiert verstehen; nur dürfte es durchaus Bürgerinnen und Bürger geben, die sich eine deutlich sinnvollere Verwendung ihrer Zahlungen an den Staat vorstellen können. Und nicht nur das, sie könnten ihre Mittel auch selbst für soziale Zwecke und für die eigene soziale Sicherheit aufwenden.

Eine Gesellschaft, die auf Zwang beruht und selbst keinen Beitrag zur Transparenz leistet, sollte mit der Kriminalisierung der Bürger vorsichtiger umgehen.

Uwe Timm, Neu Wulmstorf

 
Falsche Priorität: "Der Staat macht Milliarden neue Schulden" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ut   
Sonntag, 12. Januar 2014

Zu: "Der Staat macht Milliarden neue Schulden" vom 28. Dezember 2013

In: DIE WELT am 30.12.2013


Dass der Staat neue Schulden macht, ist nun keine überraschende Tatsache, denn die Schuldenspirale wird sich weiter drehen, weil sich die Politik nicht für eine Gewinn - und Verlustrechnung interessiert, sondern das Geld der Bürger nach politischen Interessen und Gesichtspunkten verteilt.


Ludwid Erhard konstatierte 1953: "Das wäre doch wirklich ein grotesker Zustand, wenn wir zunächst alle Steuern zahlen und dann alle anstehen, um schließlich vom Staat zu unserer eigenen Sicherheit unsere ‚eigenen Mittel’ zurückzuerhalten."


Erhard besaß noch die Überzeugung, Bürger sollten sozial - ökonomisch in die Lage versetzt sein, mit ihren eigenen Mitteln unabhängig von einer fragwürdigen staatlichen Fürsorge zu werden. Dazu gehörte auch, eine Rentenversicherung, deren Mittel der Alterssicherung dienen, nicht für versicherungsfremde Leistungen zu missbrauchen.


Der Staat hat auch kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Dieses gehört auf den Prüfstand, nur da ist auch von der großen Koalition nichts zu erwarten.


Uwe Timm, Neu Wulmstorf

 
Freiheit siegt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ut   
Samstag, 04. Januar 2014

Zu: "Putins Traum von Russland" vom 2. Januar 2014
In: DIE WELT am 4.1.2014

Nein, Wladimir Putin ist kein Demokrat, schon gar kein lupenreiner Demokrat, wie es Ex-Kanzler Gerhard Schröder behauptet.

Russland besitzt eine autokratische Tradition, aber in seiner Kultur auch Schriftsteller und Künstler, die in ihrem Wirken und Schaffen humanistisch, freiheitlich und westlich orientiert waren.
Putin reduziert Russland auf bestimmte wirtschaftliche Freiheiten, Handelsbeziehungen, aber wir dürfen sicher sein: Die Jugend der Welt wird dank höherer Bildung, Globalisierung, Internet, dafür sorgen, dass in den nächsten Jahrzehnten autokratische Staaten, rote, braune, schwarze oder grüne Diktaturen keine Zukunft mehr besitzen. Und dann werden die Putins, die Maos, die Hitlers, wie immer sie hießen, der Vergangenheit angehören.

Für die Freiheit, die Durchsetzung der Menschenrechte, dürfen wir, ja sollten wir optimistisch bleiben.

Uwe Timm, Neu Wulmstorf

 
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL
Facebook MySpace Twitter Digg Delicious 
 
 
Bild